Bärlauch

Bärlauch – Allium ursinum

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Wenn die Bären nach einem langen Winter aus der Höhle krochen verspeisten sie gerne das nach Knoblauch duftende und schmeckende Kraut, welches im Frühling an den Waldrändern wuchs. So kam der Bär-Lauch zu seinem Namen. Ortsnamen wie Ramsau deuten auch heute noch auf große Bärlauchvorkommen hin.

Standort
Den Bärlauch findet man von Mai bis Juni vor allem in Laub-, Au- und Bergmischwälder. Stellenweise kommt er massenhaft vor, kann aber regional auch gefährdet sein.

Sammelgut
Verwenden kann man die frischen Blätter, die Knospe und sogar die Samen. 

Sammelzeit
April bis Juni

Verwendung
Er ist auch Zutat der traditionellen Neun-Kräuter-Suppe am Gründonnerstag. Daneben eignet er sich hervorragend als Suppen- und Salatgewürz, schmeckt lecker auf Butterbrot oder als Pesto. Auch ein Bärlauchrisotto z.B. mit Spargel kombiniert, ist ein herrliches Frühjahrsgericht. Die Knospe lässt sich z.B. in Essig einlegen und so auch für später im Jahr konservieren. Ich finde sie schmeckt aber frisch, z.B. in Salat oder kleingeschnitten aufs Brot mit Frischkäse oder Quark, oder einfach gleich pur, am besten. Konservieren lässt sich der Bärlauch z.B. als Pesto oder Salz.

Rezepte
Bärlauchpesto
Bärlauchsalz
Bärlauchrisotto
eingelegte Bärlauchknospen
Kartoffel-Wildkräutersuppe
Wildkräuter-Quark
Wildkräuter-Quiche

Beschreibung
Unverkennbar ist der starke Knoblauchduft (insbesondere der zerriebenen Blätter). Die meist 2 (selten 1 oder 3) grundständigen, parallelnervigen, eiförmig-lanzettlichen, lang gestielten Blätter sind oberseits dunkel-, unterseits hellgrün und entwickeln sich vor den Blüten. Der aufrechte Blütenstängel ist 3-kantig. In großer kugeliger Scheindolde stehen die kleinen Blüten: 6 weiße Blütenhüllblätter, 6 Staubblätter. Die Fruchtkapsel ist dreifächerig, mit schwarzen Samen. Der Bärlauch gehört zur Familie der Liliengewächse. Aufgrund der Ähnlichkeit der Blätter besteht daher Verwechslungsgefahr mit hoch giftigen Pflanzen wie Maiglöckchen, Herbstzeitlose und Aronstab.

Inhaltstoffe / Volksheilkunde
Der Bärlauch strotzt im Frühjahr nur so vor Vitaminen (v.a. Vit. B, C und Provitamin A) und sekundären Pflanzenstoffen (ätherisches Öl mit schwefelhaltigen Verbindungen, Flavonoide, Allicicn). Die für den typischen scharfen und knoblauchartigen Geschmack und Geruch zuständigen Inhaltstoffe sind Senfölglykoside und schwefelhaltige ätherische Öle, wie Alliin bzw. Allicin, welches u.a. auch im Knoblauch vorkommt. Diese fördern die Verdauung, regen den Stoffwechsel an und wirken desinfizierend (Krankheitserreger abtötende Wirkung, Allicin ist antibiotisch wirksam). Zudem sollen sich positiv auf Blutfettwerte auswirken, den Blutdruck senken und altersbedingten Gefäßveränderungen (allgemeine Arterienverkalkung – Arteriosklerose – Atherosklerose) vorbeugen. Daher wird Bärlauch gerne bei Frühjahrskuren eingesetzt.

Achtung! Beim Sammeln von Bärlauch besteht Verwechslungsgefahr mit seinen hoch giftigen Doppelgängern: Maiglöckchen, Herbstzeitlose und Aronstab. Bereits ein einziges falsches Blatt führt schon zu schweren Vergiftungserscheinungen (häufig mit Todesfolge). Machen Sie also vorher besser einen „Bärlauch-Führerschein“ bei einem Experten (z.B. einer Kräuterpädagogin), damit Sie sicher sind in der Unterscheidung.